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DIE RUHMREICHEN RÄCHER #99
WILLIAMS VERLAG
NOVEMBER 1978 (59. PRODUKTION)
32 Seiten
Heftpreis 1,50DM  
 
INHALT
FAZIT

REDAKTIONELLES

 

RÄCHER #98

RÄCHER #100

 
Hauptserie (23 Seiten) Zweitserie   (1/2, 6 Seiten)
AVENGERS #100 (06/1972) TALES OF SUSPENSE #86 (02/1967)
Titel: Titel:
"Welche GÖTTER da auch sind!" "TÖDLICHES DUELL UM HAPPY HOGANS LEBEN!"
Originaltitel: Originaltitel:
"Whatever GODS There Be!"(1) "DEATH DUEL FOR THE LIFE OF HAPPY HOGAN!"
Geschichte: Roy Thomas Stan Lee
Zeichnungen: Barry Windsor-Smith Gene Colan
(2) Tusche: Barry Windsor-Smith (Seiten 1-6 & 12)
Joe Sinnott (Seiten 7-11 & 13-15)
Syd Shores (Seiten 16-23)
Frank Giacoia
Übersetzung: ? ?
Lettering: ? ?

DRAMATIS PERSONAE
AVENGERS
ANT-MAN BLACK KNIGHT (Dane Whitman) BLACK PANTHER CAPTAIN AMERICA
HAWKEYE HERCULES HULK IRON MAN QUICKSILVER SCARLET WITCH
SWORDSMAN THOR VISION WASP
SONSTIGE HELDEN
KEINE
BÖSEWICHTE
ARESBIA ENCHANTRESS KRATOS
NEBENCHARAKTERE
BLACK KNIGHT (Sir Percy of Scandia)
CAMEO-AUFTRITT
PHOEBUS APOLLO RICK JONES ZEUS
 
INHALT

Manchmal kommt es anders als gedacht: Auf Ruf des Schwarzen Ritters hin eilen ALLE Rächer anstatt wie geplant zum Olymp nach England! COMIC (3)
Das Warum erklärt' sich schnell, als sich entspann' der Apolog von jungem und altem Ritter gleichermaß':

Die einst vernichtet geglaubte Ebenholzklinge (vgl. Avengers #84) tauchte im Olymp wieder auf und fand so ihren Weg zu Ares. Mit der Macht der Klinge zerstörte der Kriegsgott die 'Flamme des Prometheus', ob dem die Götter des Olymps zu Kristall erstarrten -- und nur der Halbgott Herkules und der Klingenträger Ares verschont blieben.
Ares' nächstes Ziel: Sich nach dem Olymp nun auch Asgard und Erde zu
unterwerfen!
 
Nun gilt es Ares aufzuhalten, bevor er über das Portal zwischen Olymp und Asgard die Heimat der nordischen Götter angreifen kann: Während ein Teil der Rächer die Erde absichert, kämpfen die mächtigsten der Helden auf dem Olymp direkt gegen Ares und seine Häscher. Und das äußerst erfolgreich, denn die Schurken werden mehr und mehr in die Enge gedrängt, bis schließlich auch Ares selbst fällt und seine verbliebenen Schergen die Flucht ergreifen.

Die Gefahr für die drei Welten Olymp, Asgard und Erde ist gebannt, wenngleich manch' Frage unbeantwortet bleibt....


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(1) Der US-Titel ist vermutlich inspiriert von William Ernest Henleys Gedicht 'Invictus' (vgl. Wikipedia):
"Out of the night that covers me,
Black as the pit from pole to pole,
I thank whatever gods may be
For my unconquerable soul.
. . ."

(2) Die Seitenangaben für die Tuscher habe ich von comics.org übernommen.
(3) Es ist immer schwierig (allemal wenn man das nur hobbymäßig macht - siehe oben...) auf zwei Seiten verteilt gedruckte Bilder zu einem nahtlosen Gesamtbild zusammenzufügen -- schlicht weil (die Seiten) generell relativ "krumm und schief" gedruckt wurde. Daß das Bild auch im US-Original auf 2x Seiten verteilt wurde, sieht man im 2006er Scan für '40 Years of Avengers', wobei hier allerdings die Bilder zumindest (professionell) gerade ausgerichtet worden sind.

Für die 2010er Masterworks -Version entfernte man den Spalt und fügte die beiden Seiten nahtlos zusammen - nahtlos, aber eben auch nicht wirklich besser, denn spätestens hier erkennt man nun, daß da in der Mitte (vertikal) einfach ein Stück rausgeschnitten worden sein muß: Aragons schwarz-rotes "Band" (wie auch immer das korrekt bezeichnet wird...) ist nur im linken Teil zu sehen -- rechts fehlt es komplett. Noch auffälliger ist, daß Ant-Mans rechter Arm fast komplett fehlt...

Fazit? Die Amis haben hier gepfuscht. Ich glaube im Leben nicht, daß Windsor-Smith das SO gezeichnet hat, niemals. Da fehlt schlicht ein Stück von seiner originalen Bleistiftzeichnung. Vermutlich wurde das fehlende Stück ein Opfer der Trennung auf 2x Seiten, die - aus welchem Grund auch immer - in den USA vorgenommen wurde. Daß das nicht das normale Vorgehen war, sieht man zum Beispiel in Avengers #83 (und das ist nur ein Beispiel).

Tatsächlich hatte man sich bei Williams da sogar mehr Mühe gegeben und das Ganze zumindest abgemildert: Denn hier (wo ich die beiden Seiten nicht zusammengebastelt habe) fehlt Ant-Mans rechter Arm nicht...

FAZIT
Avengers #100: Der erste Meilenstein in der Avengers-Historie -- und leider doch nur eine bedeutungslose Zahl, denn die Geschichte leidet wie schier zahllose, nachfolgende Jubiläumsausgaben unter einem buchstäblich großen Problem: Viele Köche verderben den Brei...
Und damit meine ich ausdrücklich nicht die drei Tuscher und schon gar nicht den einen Autor (gleichwohl der an der Misere natürlich "schuld" war(1)), sondern die Überzahl an Charakteren, die sich in der Geschichte tummeln: Alle bisherigen Avengers treten darin auf (selbst der Kurzzeit-Rächer Swordsman), in Summe stolze 14 an der Zahl. Dazu der Schurke Ares mitsamt Konsorten (Enchantress, Kratos, Bia) und Cameos von Rick Jones, dem ersten Black Knight (Sir Percy of Scandia, erster Auftritt in Black Knight #1, 03/1955) und diversen Olympiern und sonstigen Titanen/Halbgöttern. Das erscheint dem Anlaß angemessen und ist letztlich doch einfach nur überfrachtet, denn es bringt den absoluten Nachteil mit sich, daß schlicht kein Entfaltungsraum für die einzelnen Charaktere vorhanden ist. Eine Figur nach der nächsten muß im Schnelltempo untergebracht werden, fast jeder kommt zumindest kurz zu Wort -- mehr auch nicht, denn es muß nebenbei ja auch noch eine Geschichte erzählt werden.

Gleichwohl muß ich Roy Thomas bei all der Kritik einen ganz wesentlichen Punkt zu Gute halten: Er verliert den Handlungsfaden in all dem Getümmel nicht aus den Augen, führt das Abenteuer - schlüssig und ohne Logikbrüche - zu Ende. Ich habe es geradezu gebetsmühlenartig auf WMCA geschrieben: Handwerklich gehört(e) er einfach immer zu den Allerbesten und zumindest bis Ende der 70iger war er dabei ja auch noch sehr kreativ unterwegs.
Und diese technische Qualität hebt für mich die Geschichte auf wenigstens 2x , von der ich ansonsten feststellen muß: Wirklich gut ist sie nicht....

. . .

Während Windsor-Smith die gesamten Bleistiftzeichnungen anfertigte, teilten sich gleich drei Tuscher die Arbeit an der Jubiläumsausgabe. Und wo sich die Seiten der beiden, deutlich älteren Altmeister Syd Shores und dem bekannteren Joe Sinnott (beide wurden Anfang des 20. Jahrhunderts geboren) im Stil eher konform zeigten, ist beim jüngeren Windsor-Smith schon ein deutlicher Unterschied zu sehen. Seine Seiten gefallen gefallen mir noch am besten in diesem Heft, er hat meines Erachtens nach den feinsten Tuschestrich der drei, was den Zeichnungen gut zu Gesicht steht, wenngleich die Qualität bei ihm - wie so oft - recht schwankend ausfällt (von exzellent bis zu "nur" ok - beide Beispiele von Windsor-Smith getuscht). Außerdem weisen nur die von Windsor-Smith getuschten Seiten interessante (die für ihn so typischen, an seine Conan-Arbeiten erinnernden) Gestaltungsideen auf, während die übrigen Seiten eher "generisch" ausfallen.
Die "Aushilfstuscher" deuten daraufhin, daß Zeitmangel die Ursache für die schwankende Qualität war -- ich denke, hätte Windsor-Smith (ohne Zeitdruck) das ganze Heft alleine gezeichnet/getuscht, wäre das Ergebnis nicht nur einheitlicher, sondern vor allem auch besser ausgefallen.

. . .

So gut Williams bei der Reproduktion/Farbgestaltung in der Endphase auch geworden war... die US-Originale waren (zumeist) noch besser. Ein Vergleich der eröffnenden 'Splashpage' (D/US) zeigt zwar, daß die Feinheiten der Tuschstriche weitgehend erhalten blieben, aber die Farbgestaltung ist eben nur (sehr) ähnlich: Der räumliche Effekt von Windsor-Smiths Splashpage kommt im Original meines Erachtens nach etwas besser zum Ausdruck - was ich auf den Kontrast/die Farbgestaltung zurückführe.
Für den US-Vergleich diente mir hierfür das Material (bzw. die Scans) der 2005er DVD-Rom '40 Years of The Avengers, das NICHT dem aufwendig restaurierten Material der Masterworks-Ausgaben entspricht, und insofern besser für einen Vergleich mit den Williams-Heften geeignet ist. (Für die Bildeinblendungen bei den Rächer-Rezensionen habe ich fast ausschließlich auf die Scans der DVD-Rom zurückgegriffen.)


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(1) "For my part, I decided that #100 would depict every hero who had ever, even briefly, been an Avenger--from the Hulk (who'd dropped out in #3) to latecomers like the Black Knight, who opened the chapter."
Aus: Vorwort von Roy Thomas in Marvel Masterworks Avengers #10
 
REDAKTIONELLES
Zwei Seiten mehr spendierte Marvel für die hundertste Ausgabe der Avengers, weshalb bei den Rächern redaktionell nur Platz für die 35. Leserbriefseite blieb. Zufall oder nicht (ich vermute es war Zufall), war die Seite nicht nur optisch auf die Spinne fokussiert, auch die Briefe drehen sich inhaltlich vor allem um den Wandkrabbler.

Oder war das doch ein Fingerzeig auf den letzten Marvel-Mohikaner bei Williams?
Wußte die Redaktion (zum Produktionszeitpunkt) schon, daß dies der letzte Produktionsmonat mit drei Serien sein würde?
Wohl eher nicht, denn die Redaktion startete auf die Frage von Leser Norbert Gräbner ("Warum sind die letzten Ausgaben der FV nur mit Comic-Seiten gefüllt?") einen Aufruf, der zwar spezifisch zu FV/Dämon gestellt wurde, grundsätzlich aber alle Serien/Zweitserien betraf:
"Da wir das Thema 'Zweitstory-Aufteilung' ... für sehr wichtig halten, stellen wir es hiermit zur Diskussion. Für Eure Antworten auf die Frage 'DD hälfteln oder dritteln' danken wir Euch schon im voraus mit einem dreifachen MMM! (merci, merci, merci). MMT."

Die Einstellung von Rächern und FV dürfte wohl kaum jemand in der Redaktion wirklich überrascht haben, vor allem nachdem der letzte Versuchsballon mit 'Marvel Sonderausgabe' (hier erschien die zweite Ausgabe allerdings erst im März 1979) und 'Krieg der Sterne' (im Dezember 1978 folgte nur noch die Zweitver-wertung mit der Sammelausgabe 'Marvel-Extra', mit den drei veröffentlichten Einzelheften) auch gefloppt war. Aber die Einstellung dürfte sehr plötzlich erfolgt sein.
 
09.02.2026
 

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REZENSION  © 2026 GERNOT ZIPPERLING

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