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DIE RÄCHER #5
WILLIAMS-VERLAG
MAI 1974 (5. PRODUKTION)
36 Seiten
Heftpreis 1,20DM  
 
 
 
INHALT
FAZIT
REDAKTIONELLES

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RÄCHER #4

RÄCHER #6

 
Hauptserie (23 Seiten) Zweitserie   (2/3, 6 Seiten)
AVENGERS #5 (05/1964) CAPTAIN MARVEL #2 (06/1968)
Titel: Titel:
DIE INVASION DER LAVA-LEUTE! "ACHTUNG! HIER KOMMT DER SUPER SKRULL!"
Originaltitel: Originaltitel:
"THE INVASION OF THE LAVA MEN!" "FROM THE VOID OF SPACE COMES... THE SUPER SKRULL!"
Geschichte: Stan Lee Roy Thomas
Zeichnungen: Jack Kirby Gene Colan
Tusche: Paul Reinman Vincent Colletta
Übersetzung:

Behrend de Cuvry

Reinhard Mordek
Lettering: Tomus Verlagsproduktion (Maschinensatz-Großschrift) Tomus Verlagsproduktion (Maschinensatz-Großschrift)
     
DRAMATIS PERSONAE
AVENGERS
CAPTAIN AMERICA GIANT-MAN IRON MAN THOR WASP
SONSTIGE HELDEN
HULK
BÖSEWICHTE
LAVA MEN
NEBENCHARAKTERE
RICK JONES JANE FOSTER GENERAL ROSS BETTY ROSS
CAMEO-AUFTRITT
KEINE
INHALT
Ereignisse bei den Fantastischen Vier (siehe FF #26 / FV #23) führ(t)en zu einem Kampf von Hulk gegen DING (Thing), bei dem das Rächer-HQ stark zerstört wurde. Nach dem Kampf zersträut sich das Team, die Aufräumarbeiten überläßt man Tony Stark...

Merkwürdige Vibrationen an der Erdoberfläche rufen die Rächer wieder auf den Plan: Ausgangspunkt ist eine Militärbasis, in der sich ein riesiger Stein immer weiter aus der Erde hebt.
In der Basis befinden sich GENERAL ROSS und dessen Tochter BETTY ROSS sowie Dr. Bruce Banner (alias Hulk). Die Ursache der Vorkomnisse: Die LAVAMÄNNER wuchten den Lebenden Felsen mittels einer Zahnradkonstruktion an die Erdoberfläche.

Untersuchungen des Felsens deuten auf eine Schwachstelle hin, an der ein gewaltiger Schlag eine Implosion auslösen könnte. Derweil erfährt Thor von den Lavamännern, daß eine unterirdische Explosion ihr Habitat zerstören würde - sie also nicht in böser Absicht handeln. Thors Hammer MJÖLNIR INFO soll den Job erledigen...

Doch die Strahlung des Felsens verwandelt Banner in den Hulk und es kommt zum Kampf gegen die Rächer, in dessen Verlauf Thor von ihnen getrennt wird und sich in sein Alter Ego Donald Blake verwandelt.
Die verbliebenen Rächer disponieren um und tricksen den Hulk aus, der daraufhin auf die Schwachstelle schlägt: Der Lebende Felsen ist zerstört und die Lavamänner kehren zurück in ihre Unterwelt.

Da erreicht ein Notruf der Teen Brigade die Rächer...
FAZIT
Ein "urgewaltiges" Abenteuer, das einmal mehr wunderbar den Übergang von der alten Atlas-Welt hin zu den Superhelden-Wesen von Marvel zeigt. Gegenüber stehen sich auf der einen Seite die "gruseligen" LAVA MEN INFO (erster Auftritt in JIM #97, Coverdatum 10/1963) und auf der anderen Seite das Superhelden-Team der Avengers, immerhin "urgewaltig" von Jack Kirby in Szene gesetzt.
Ganz klar handelt es sich nicht um eine der besseren Storys, aber sie ist durchaus unterhaltsam und flüssig zu lesen. Auffällig ist dabei, daß die Avengers bereits sehr harmonisch zusammenarbeiten, wirklich als eingespieltes Team agieren - Lee wußte also ganz genau, worauf es hier ankommt.

Der Auftritt des Hulks COMIC ist durchaus geschickt eingebunden, indem das Auftauchen des Lebenden Felsen in die Militärbasis von GENERAL ROSS (Thaddeus E. "Thunderbolt" Ross, erster Auftritt in Incredible Hulk #1, Coverdatum 05/1962) INFO verlegt wurde. Und wo Hulk und Thunderbolt Ross erscheinen, ist oft natürlich dessen Tochter BETTY ROSS (Elizabeth Ross, erster Auftritt in Incredible Hulk #1) INFO nicht weit.
Trotzdem, schon wieder ein Avengers-Abenteuer mit dem Hulk? Für meinen Geschmack treten in den ersten Storys Hulk wie auch Namor zu häufig auf. Allein bei Stan Lee einen Mangel an Ideen zu vermuten, ist wohl mehr als fehl am Platz. Eher schon hatte Lee die Charaktere ganz bewußt eingebunden, möglicherweise um sie den Lesern gegenwärtig zu halten (beide Charaktere hatten zu diesem Zeitpunkt keine eigenen Serien).
Immerhin sollte es für längere Zeit der letzte Auftritt der beiden bei den Avengers gewesen sein.

Ein witziger Aspekt und Beweis, daß (beinahe) ALLE (Schurken wie Helden) früher oder später wieder auftauchen: auch die Lava Men sollten wiederkehren, das nächste Mal in Avengers #236/237 (Coverdatum 10 & 11/1983).
 
REDAKTIONELLES
Eine kuriose Neuerung gab es punkto Typographie: Statt des bislang verwendeten (guten) Maschinen-Letterings (von Grafik-Design E. Baluch) findet sich in Rächer #5/6 die für die 70er und 80er Jahre so typische "Maschinen-Schrift" (von Tomus Verlagsproduktion), allerdings wurden ausschließlich Großbuch-staben verwendet.
Aufgrund der Großbuchstaben hob man sich immer noch von Ehapa & Co. ab, aber "marvel-gerecht" war das natürlich nicht. Der Hintergrund liegt mit Sicherheit in der Experimentierfreudigkeit der Williams-Redaktion, man war schlicht auf der Suche nach dem "richtigen" Schriftbild. Und für eine konsequente Umsetzung der US-Comics konnte dies nur (echtes) Handlettering bedeuten: ab der 7. Produktion war es dann soweit, alle Serien wurden endgültig darauf umgestellt.

Auf einer ganzseitigen Redaktionsseite kündigt Remo mit gewohnt-vollmundigen Worten an, daß man das Marvel-Programm erweitern werde - man habe dafür grünes Licht von der Verlagsleitung erhalten. Allerdings finden sich hier keinerlei konkrete Ankündigungen, sondern Remo rief die Fans auf, ihm ihre Wünsche zu schreiben, welche "Marvel-Comics ... künftig wöchentlich, 14tägig und monatlich" erscheinen sollten.

Analysiert man Mordeks Ankündigung, dann fallen nachstehende Punkte auf:
Folgt man dem genauen Wortlaut, dann ging es nur um die Erscheinungshäufigkeit der bestehenden Serien, und (noch) nicht um eine Programmerweiterung. Angesichts der Tatsache, daß man gerade einmal 5 Monate am Markt präsent war, machte dies auch durchaus Sinn. Erst recht, wenn man den Verzug durch den Phasenver-trieb berücksichtigt - man also zum Beispiel in Bayern noch gar nicht gestartet war.
Der zweite Punkt ist das kleine Wort "wöchentlich" - hier findet sich also eine weitere Bestätigung, daß man ernsthaft über eine wöchentliche Veröffentlichung (eines Teils der Serien) nachdachte.
Und daß man dies ursprünglich für Juli 1974 auch tatsächlich geplant hatte, beweist die Anzeigenpreisliste Nr. 2 der Spinne.
Jedoch: Gerade einmal 4 Wochen Zeit räumte Mordek den Fans ein, ihre Wünsche bei der Redaktion einzureichen? Damit hätte man allenfalls die Antworten der Leser des Phasengebiets 1 auswerten können - wenn man denn den in der Preisliste aufgeführten Termin Juli 1974 hätte einhalten wollen. Und nur ein Phasengebiet erscheint als Planungsgrundlage zu gering, um daraufhin eine fundierte, kaufmännische Planung aufzubauen. Daher denke ich, daß zum Befragungszeitpunkt der (noch in 1973) geplante Termin Juli 1974 (für Spinne) längst vom Tisch war und man statt dessen eine konkrete Grundlage für weitere Überlegungen suchte. Mal ganz davon abgesehen, daß die beste Grundlage ohne Zweifel konkrete Verkaufszahlen waren (und sind) - und dazu mußte man natürlich auf die Auswertung aller Phasengebiete warten.

Insofern ist es auch nur folgerichtig, daß sich für längere Zeit erst einmal gar nichts ändern sollte: Erst mit der 25. Produktion (Januar 1976) wurde Die Rächer auf 14-tägige Veröffentlichung umgestellt, und mit der 26. Produktion wurde der Seitenumfang der X-Men-Storys reduziert, zugunsten von jeweils zwei Tales to Astonish-Storys des Titelhelden Hulk.
. . .

Weiters wird auf der dritten Umschlagseite im schönsten "Marvel-Chargon" für das nächste Heft ein Preisausschreiben angekündigt; freilich sollten reine Rächer-Leser davon nix haben, denn trotz der Ankünd-igung fand das Rätsel leider keinen Platz mehr in Rächer #6. Wahrscheinliche Ursache für das Fehlen ist natürlich die Reduzierung des Umfangs von 36 auf 32 Seiten ab der 6. Produktion. Wobei die 22 Seiten der Avengers-Story (die eben nicht gekürzt wurde) an dieser Stelle sicherlich auch nicht hilfreich waren.

Erstmals findet sich im (Rächer-)Heft auch ein bißchen Werbung und die Cover-Vorschau wanderte ab der 5. Produktion von der vorletzten Umschlagseite (im Heftinneren) auf den neuen Stammplatz, der letzten Um-schlagseite. Ein letztes Mal wurden die Vorab-Cover dabei noch in Schwarz-Weiß gedruckt - die Spinne turnt dazu aber bereits Farbe.

Wieder einmal finden sich "falsche" Namen auf dem Cover: "Eisenmann" und "Captain Amerika" - es sollte das letzte mal der Fall sein, die Qualitätskontrolle wurde zunehmend besser.

Und wer mir verraten kann, was sich hinter der Ankündigung
"In 30 Tagen ist es soweit! Hier!! An dieser Stelle!! C. S. kommt!"
verbirgt, erhält von mir einen No-Prize. :-)

Ansonsten enthält das Heft die 2. Leserbriefseite.
  
 
WEITERE REDAKTIONSBEITRÄGE DER 5. PRODUKTION
[Spinne nicht berücksichtigt]

In FV #10 wurde die Preisausschreiben-Ankündigung auf eine ganze Seite ausgedehnt, die Werbung fehlt hier also.
 
30.08.02 (Überarbeitungen 24.09.05 und 10.10.11)
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REZENSION  © 2002 GERNOT ZIPPERLING